SPÖ Hennersdorf

Gedenkkundgebung 12. Februar 1934

Die SPÖ Bezirksorganisation Mödling und der Bund sozialdemokratischer FreiheitskämpferInnen und Opfer des Faschismus laden zur traditionellen Gedenkkundgebung und Kranzniederlegung am Denkmal für die Opfer des 12. Februar 1934 am Friedhof Mödling ein.

Freitag, 10. Februar 2017 I 16 Uhr I Friedhof Mödling

Kurze Geschichte des Februar 1934

Nach der Ausschaltung des Parlaments 1933 durch den christlichsozialen Bundeskanzler Engelbert Dollfuß befand sich die Sozialdemokratie im Abwehrkampf gegen das zunehmend autoritäre Regime. Es folgte eine Zeit mit Verboten und öffentlicher Demütigungen, die sich gegen die Sozialdemokratie richteten. Dies gipfelte am 12. Februar 1934 darin, dass österreichische Arbeiterinnen und Arbeiter dem Faschismus offen entgegen traten. Viele unter Einsatz ihres Lebens. 

Eine Waffensuchaktion der Heimwehr im Parteiheim der Linzer SozialdemokratInnen im "Hotel Schiff" stand am Beginn der Februarkämpfe, in deren Verlauf sich innerhalb weniger Stunden ein Flächenbrand ausbreitete, der ganz Österreich erfasste – so auch unseren Bezirk. In der Stadt Mödling kam es im Februar 1934, als die Ereignisse von Linz, Wien u.a. großen Städten bekannt wurden,  ebenfalls zu bewaffneten Auseinandersetzungen.  

Während die Bevölkerung über die prekäre politische Situation und die Ereignisse bzw. Kämpfe in anderen Städten nicht genau Bescheid wusste, war die Exekutive hingegen auf die Auseinandersetzungen bestens vorbereitet und begann mit einer Verhaftungswelle, der u.a. Sozialdemokraten in Brunn, Gaaden und Guntramsdorf sowie zahlreiche Funktionäre in Mödling zum Opfer fielen. Sämtliche sozialdemokratische Organisationen wurden aufgelöst und auch in Mödling beschlagnahmte man deren zum Teil beträchtlichen Besitz wie Vereinslokale, Grundstücke, Inventar und die Vereinsgelder. 

Noch in den Abendstunden des 12. Februar wurde das Bezirkssekretariat Mödling in eine Privatwohnung verlegt, wo sich die noch in Freiheit befindlichen Funktionäre über weitere Maßnahmen berieten. Schutzbündler, Wehrturner und Jungsozialisten wurden – zu deren eigenen Schutz - zur (auch heute noch vorhandenen) Wohnhausanlage „Fünfhaus“, die von den Gegnern als „Rote Festung Fünfhaus“ bezeichnet wurde, beordert. Dort verschanzten sie sich und versuchten mit der Waffe in der Hand Freiheit, Demokratie und die Rechte der Arbeiterschaft zu verteidigen. Nach 2 Tagen waren sie – durch die Postierung zweier Bundesheer-Kompanien – gezwungen ihren Widerstand aufzugeben um die PatientInnen im angrenzenden Spital und die BewohnerInnen des Wohnbaus nicht noch mehr zu gefährden. 

Nach fünftägigen Kämpfen wurde auch der letzte Widerstand in Österreich gebrochen. Auf den Bürgerkrieg folgte das Verbot der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei, der Freien Gewerkschaften und sämtlicher sozialdemokratischer Organisationen. Neben etwa tausend Todesopfern, gab es hunderte Verletzte. Die Anführer der aufständischen Sozialdemokraten wurden zum Tode verurteilt, wichtige Funktionäre der Partei, wie Otto Bauer und Julius Deutsch, flohen ins benachbarte Ausland, viele andere wurden verhaftet und im Anhaltelager Wöllersdorf interniert. Am 1. Mai 1934 trat die Verfassung des austrofaschistischen Ständestaates in Kraft, es war de facto das Ende der Ersten Republik. 

Die dramatischen Geschehnisse des Februar 1934 forderten auch in unserer Region Opfer. Nach dem Leitspruch „Niemals vergessen“  lädt die SPÖ Bezirk Mödling gemeinsam mit dem Bund Sozialdemokratischer FreiheitskämpferInnen jährlich zum Gedenken an die Opfer des Bürgerkriegs 1934 und des Austrofaschismus. 

 

Weitere Infos zum 12. Februar 1934 im Bezirk Mödling finden Sie in unserer Broschüre "Die Geschichte der Arbeiterbewegung im Raum Mödling - von den Anfängen bis zur 2. Republik"  

 

Eine ausführliche Aufarbeitung der Ereignisse finden Sie auch unter 12februar1934.at

Video: 12. Februar 1934

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